Bienvenue à Bruxelles!

Welkom in Brussel!

Entdecke Brüssel im Herzen Europas.

Die beiden offiziellen Sprachen Französisch & Niederländisch gehören zu Brüssel wie Bier & Schokolade.

Bei einem Städtetrip in Europa denkt man in erster Linie meist nicht unbedingt an Brüssel. Neben der Europäischen Union wird Brüssel vor allem mit Bier, Schokolade, Atomium, Manneken Pis und vielleicht noch mit den legendären Comics von Asterix, Lucky Luke, Tim und Struppi oder den pfiffigen Schlümpfen in Verbindung gebracht.

Doch abgesehen von diesen geläufigen Assoziationen, die uns mit der belgischen Hauptstadt verbinden, birgt Brüssel – wie fast jede Stadt – hinter den „Top 10“ und den „Must sees“ noch viel mehr Schätze. So viel mehr, dass man nicht alles in einen Blogbeitrag unterbringen kann. Darum versammelt sich in diesem Post – neben den bekannten Brüssel-Highlights –  nur eine kleine Auswahl von vielleicht nicht so bekannten Brüssel-Facts.

„Let’s start“!
Überschäumende Lebensfreude

Das Belgische Bier! Die Ursprünge des Bierbrauens reichen in Belgien bis weit in das Mittelalter zurück.
Heutzutage gibt es mehr als 1000 belgische Biervarianten, die zu den sortenreichsten der Welt zählen. Diese süffige Tatsache hat auch das UNESCO-Weltkulturerbe nicht unbeeindruckt gelassen. Deshalb wurde das Belgische Bier in die ruhmreiche Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen.

Wichtige Info am Rande: In Belgien gibt es für fast jede Biersorte auch ein eigenes Bierglas! Somit können sich Geschmack und die jeweiligen Aromen optimal entfalten.

Viele, die Brüssel schon oder etwas besser kennen, schwärmen neben den würzigen Hopfen- & Malzvariationen vom französischen Charme ebenso wie von den eindrucksvollen, niederländisch geprägten Gebäuden mit ihren Treppengiebeln und kunstvoll verzierten Fassaden sowie von den unterschiedlichen Vierteln, die sich rund um die Brüsseler Innenstadt reihen. Wer sich abseits der „Must-see“-Pfade und Souvenirläden auf Entdeckungstour begibt, kann diesen unvergleichlichen Mix auf eigene Faust oder im Rahmen teils sehr individueller Führungen erkunden.

 
Ein bisschen (Sprach-)Geschichte

Die 3 Regionen Belgiens

Im Norden Belgiens befindet sich die Region Flandern sowie
die Region Brüssel-Hauptstadt. Der größere, südliche Teil Belgiens nennt sich Wallonien und zeigt sich aufgrund der Ardennen im Südosten des Landes eindeutig gebirgiger und französischer als das niederländisch sprechende, flache Flandern.

Brüssel – was so viel wie „Wohnort im Sumpf“ bedeutet – war jahrhundertelang eine niederländische Stadt und ist auch heute noch die Hauptstadt Flanderns. Aktuell lebt in Belgiens Hauptstadt jedoch nur mehr eine kleine Minderheit von Flamen, wie die niederländisch sprechenden Bewohner Flanderns genannt werden.

Aber keine Sorge, wenn du weder in der französischen noch in der niederländischen Sprache zuhause bist: mit einigen Brocken an soliden Englischkenntnissen kommst du in Brüssel bestens zurecht. Ansonsten lasse einfach deinen Charme und deine Phantasie sprechen!

Alles über „Brüssel“

Stadt Brüssel ist nicht gleich Region Brüssel-Hauptstadt

Die Stadt Brüssel


Mit etwa 180.000 Einwohnern stellt die Stadt Brüssel das Zentrum der Region Brüssel-Hauptstadt dar.  Sie ist nicht nur der Verwaltungssitz der Region Brüssel-Hauptstadt, sondern auch die Haupt- und Residenzstadt des Königreichs Belgiens.

In ihrem Kern besteht die Stadt Brüssel aus der Innenstadt mit der Unterstadt rund um das touristische Ballungszentrum Grand-Place sowie der Oberstadt auf dem Hügel. In der Oberstadt befinden sich das ehemalige Adelsviertel, das belgische Regierungsviertel sowie das Viertel Notre-Dame-de-Neige hinter dem belgischen Parlament.

Rund um die Innenstadt reihen sich das frühere Hafenviertel und das Beginenviertel sowie das ärmlichere Anneessensviertel und das Marolen-Viertel mit seinen täglichen Floh- und Antiquitätenmärkten.

Die Region Brüssel-Hauptstadt

Rund um die Stadt Brüssel verstreut, liegen weitere 18 Gemeinden mit circa 1,2 Millionen Einwohnern. Jede Gemeinde hat einen eigenen Bürgermeister, ein eigenes Rathaus, eigene Märkte und ihre typischen Ausgehvierteln. Kurzum: jede Gemeinde ist von einem eigenen Charakter und Charme geprägt!

So weit so gut, denn so ist Brüssel: abwechslungsreich und manchmal für Besucher etwas verwirrend!

Eigentlich ist es auch nicht von großer Bedeutung, denn vor Ort werden die Grenzen zwischen Stadt und Region Brüssel von kurzzeitig verweilenden Besuchern ohnehin nicht wahrgenommen! Eine weitere Besonderheit Brüssels ist, dass hier alles eng beisammen liegt. So gibt es in Brüssel, anders als in vielen europäischen Großstädten, auch kaum Hochhaussiedlungen, um sozial Schwächere aus dem Herzen der Stadt an den Stadtrand zu verbannen. Was mitunter zu einigen „Reibereien“ unter den Bewohnern führen kann. Besonders der Stadtteil Molenbeek-Saint-Jean im Westen der Stadt hat diesbezüglich aufhorchen lassen.

Brüssel entdecken

Auf und abseits bekannter Pfade

Wie facettenreich Brüssel ist, erlebt man am besten auf einem Stadtrundgang oder von oben! Denn Brüssel liegt, wie einige andere Städte auch, auf sieben Hügeln und bietet zahlreiche reizvolle Aussichtspunkte. Von oben sieht man vielleicht auch auf den ersten Blick, was Brüssel noch von anderen Städten unterscheidet: Wo ist der Fluss?

Die Senne – der unsichtbare Fluss

Natürlich gibt es auch in Brüssel einen Fluss, nur sieht man ihn nicht. Die 103 km lange Senne, die durch Brüssel fließt, ist nur außerhalb des Stadtgebietes sichtbar. Im Laufe des 19. und 20. Jahrhunderts wurde der städtische Teil des Flusses zur Gänze überbaut. Warum? Es ist zwar schwer vorstellbar, aber bis zum Bau eines Klärwerks im Jahre 2007 wurden sämtliche Fäkalien und Abwässer der umliegenden Fabriken direkt und ungefiltert in den Fluss geleitet! Dies hat die Senne zu einem der am stärksten verschmutzten Flüsse Europas gemacht.

Der Brüsseler Kanal & moderne Kunst

Durch einen Teil Brüssels, nordwestlich der Altstadt, führt der 74 Kilometer lange Kanal Charleroi – Brüssel, der die beiden Städte Charleroi und Brüssel miteinander verbindet.

Am Ufer dieses Kanals, am Akenkaai, dort wo sich die Hallen des ehemaligen Citröen-Werkes befinden, hat seit Kurzem das ambitionierte Projekt „KANAL Centre Pompidou“ Platz genommen. Nach Malaga ist Brüssel somit die 2. Zweigstelle des berühmten Kunst- und Kulturzentrums Centre Pompidou auf dem Place Georges-Pompidou im 4. Arrondissement von Paris.

Auf den 35.000 m² der ehemaligen Werkstatt vereint es ein Museum für moderne und zeitgenössische Kunst sowie ein Architekturmuseum. Derzeit befindet sich das Museum noch im Umbau und soll bis Ende 2022/2023 fertig gestellt werden. Trotzdem hat das KANAL Centre Pompidou seit Mai 2018 seine Pforten geöffnet. Die Besucher haben also schon jetzt die Möglichkeit, das einzigartige Gebäude mit seinen Großinstallationen, Ausstellungen und Live-Darbietungen in einer Art „Vorlaufzeit“ zu entdecken.

Brüssel-Impressionen

Spaziergang durch das frühlingshafte Brüssel in Richtung des Grand-Place, im Herzen der Unterstadt.

Brüssel von der Aussichtsplattform beim Justizpalast aus betrachtet. Im Hintergrund: das berühmte Atomium.

Die Nationalbasilika des Heiligen Herzens (französisch Basilique Nationale du Sacré-Cœur) ist eine Basilika im Art-déco-Stil, die zwischen den Jahren 1905 und 1970 erbaut wurde. Sie soll die fünftgrößte Kirche der Welt sein und befindet sich auf dem Gebiet der Brüsseler Gemeinden Koekelberg (Kugelberg) und Ganshoren. Von hier aus – besonders auf der 53 m hohen Aussichtsplattform – kann man eine schöne Aussicht auf das darunterliegende Stadtgebiet Brüssels genießen.

Der Platz Sainte-Catherine – das einstige Herz Brüssels. Hier befand sich seit dem 16. Jahrhundert bis in das 19. Jahrhundert hinein ein Kanal mit mehreren Werften mit direkter Anbindung an den Kanal von Antwerpen. Dort, wo heute der Platz ist, befand sich früher ein Hafenbecken mit angrenzendem Fischmarkt, wo fangfrischer Fisch aus der Nordsee zum Kauf angeboten wurde.

In diesem schönen Haus am Ende des Platzes Sainte Catherine ist die sehenswerte Brasserie „Le Cheval Marin“ zu Hause. Im „Seepferdchen“ lässt es sich nicht nur ausgezeichnet verweilen, sondern auch genüsslich speisen.

Unverhofft, aber oft, trifft man in Brüssel auf alte und moderne Architektur, die unmittelbar aufeinander treffen.

Der Grand-Place

Im Zentrum des (touristischen) Geschehens

Der Grand-Place im Herzen der Brüsseler Unterstadt. Hier treffen nicht nur unterschiedliche Architekturstile, sondern auch Besucher aus allen Herren Länder aufeinander. Seit dem 11. Jahrhundert wurde der „Nedermerckt“ oder „Marché bas“ („Unterer Markt“) als Marktplatz und damals auch als Hinrichtungsstätte genutzt.

Auch das Brüsseler Rathaus aus dem 15. Jahrhundert hat hier seinen Sitz. Ebenfalls im 15. Jahrhundert beginnen sich hier die ersten Gilden und Zünfte (Vereinigungen von Kaufleuten und Handwerkern) niederzulassen. Ende des 17. Jahrhunderts wurde der Grand-Place allerdings von den Truppen des französischen Königs Louis XIV. in Schutt und Asche gelegt, sodass der Platz vollkommen neu aufgebaut werden musste.

Das gotische Rathaus, sowie die geschlossene barocke Fassadenfront mit Elementen des italienischen Barocks mit flämischen Einflüssen, versehen mit reichem Skulpturenschmuck sowie aufwändig gestalteten Giebeln haben den Grand-Place zu einem der schönsten Plätze Europas gemacht.

Seit über vierzig Jahren verwandeln Blumenkünstler den Grand-Place in ein Blütenmeer. 1971 wurde der ersten Blumenteppich gestaltet. Seit 1986 findet das florale Event im Zwei-Jahres-Rhythmus statt, wobei jedes Jahr ein anderer Themenschwerpunkt als Motto gewählt wird. Auf einer Fläche von 77 mal 24 Metern entstehen Farb- und Blütenträume aus mehr als einer Million Blüten.

Wenn man den Blick in Richtung Himmel schweifen lässt, verfängt sich der Blick unweigerlich in den zahlreichen romantischen Details der märchenhaft anmutenden Architekturkulisse. Seit 1998 hat der Grand-Place Eingang in die Liste des UNESCO Weltkulturerbes gefunden.

Manneken Pis, Waffeln & Schokolade

Wahrzeichen zum Anschauen & Genießen

Manneken Pis

Die 61 cm hohe Bronzefigur des Manneken Pis befindet sich in der Altstadt, an der Ecke der Rue de l’Etuve und der Rue des Grands Carmes. Oder einfach dort entlang, wo sich im Gassengewirr hinter dem Grand-Place zuverlässig eine Horde von fotografierfreudigen Menschen versammelt. Seit 1619, seit 400 Jahren also, gibt es diesen Brunnen, der einst für die Trinkwasserversorgung dieses Viertels errichtet worden ist.

Der „Ketje“, umgangssprachlich für „Lausbub“, ist mehr als nur ein Wahrzeichen, das mannigfach als Souvenir in jeglicher Form über den Ladentisch gereicht wird.

Vielmehr ist der Knabe als ein Teil der Brüsseler Identität zu verstehen. So will es auch die Tradition, dass der urinierende Jüngling zu bestimmten Anlässen und Jahrestagen ein passendes Kostüm erhält, welches jedoch vorher von einer eigens gegründeten Kommission genehmigt werden muss … typisch Brüssel?!

So trug Manneken Pis am Jahrestag der Brüsseler Anschläge vom 22. März 2016 eine Feuerwehruniform, um die Arbeit der Rettungskräfte bei den Terroranschlägen zu würdigen. Am Welt-AIDS-Tag, der jedes Jahr am 01. Dezember stattfindet, wird Manneken Pis mit Kondomen bestückt. Mittlerweile besitzt die Skulptur fast 1000 verschiedene Kostüme. Eine lustige Auswahl davon kann man im Ausstellungsraum „GardeRobe MannekenPis“, nur ein paar Meter vom Brunnen entfernt, bestaunen.

Übrigens: Steht man an dem Brunnen, betrachtet man „nur“ eine Kopie des Manneken Pis. Aufgrund wiederholter Beschädigungen und Entwendungen, wird die Originalskulptur seit 1965 im „Maison du Roi“ (Haus des Königs) am Grand-Place aufbewahrt. Dort kann der Original-Manneken Pis natürlich auch besichtigt werden.

„Die drei pissenden Brüsseler“

Weil gemeinsam vieles schöner ist, hat Manneken Pis seit 1985 Gesellschaft bekommen. In unmittelbarer, wenn auch ziemlich versteckter Nachbarschaft des innerstädtischen Gassengewirres gilt es „Jeanneke Pis“, das wasserlassende Mädchen und seit 1998 auch „Zinneke Pis“ (umgangssprachlich für „räudiger Straßenköter“), den Hund zu entdecken. Auch Zinneke, ein, meiner Meinung nach gar nicht räudiger Hund, hebt sein Bein, um das zu machen, was ihm seine beiden menschlichen Pendants vorexerzieren.

Waffeln & Schokolade

Nun aber zu den genussreichen „Wahrzeichen“ Brüssels. Denn Unmengen von Waffeln, Schokolade und Pralinen gibt es hier zu probieren und vielleicht auch als Vorrat mit nach Hause zu nehmen. Wer Süßem grundsätzlich abhold ist, hat Glück gehabt. Alle anderen, so wie ich, müssen wirklich auf der Hut sein, um Brüssel nicht mit allzu viel „Hüftgold“ bepackt wieder zu verlassen. Dazu kommen noch die legendären Pommes sowie das schon erwähnte Bier …gesund geht anders. Egal, schließlich is(s)t man nicht jeden Tag in Brüssel!

Ein kulinarisches Muss eines jeden Brüssel-Besuches. Ob als klassische Belgische Waffel oder als Lütticher Waffel – La Gaufre Lièche – die süße Köstlichkeit darf man sich nicht entgehen lassen. Bon appétit!

Galeries Royales Saint-Hubert

Die majestätischen 200 Meter langen, denkmalgeschützten Galeries Royales Saint-Hubert wurden 1847 im Stil der florentinischen Renaissance errichtet. Die edle Einkaufspassage gehört zu den ältesten Europas und birgt unter unter ihrem eindrucksvollen Glasdach eine edle Mischung aus Luxus- und Schokoladenboutiquen sowie stilvolle Cafés zum Verweilen.

Das österlich dekorierte Schaufenster des Chocolatiers Neuhaus in der Galerie Royales Saint-Hubert.

Wer hat’s erfunden?

Ein Belgier! Die belgischen Chocolatiers gelten nicht ohne Grund als kreative Trendsetter in Sachen Schokoladengenuss. Im Jahre 1912 erfand Jean Neuhaus in Brüssel das erste gefüllte „Schokoladenhäppchen“, das er auf den Namen „Praline“ taufte! Einige Jahre später kreierte seine Frau den „Ballotin“ – die Pralinenschachtel, um die kleinen Köstlichkeiten „artgerecht“ verpacken und unterbringen zu können.

Allein in Brüssel gibt es an die 40 Chocolatiers und Pralinenhersteller – in Belgien selbst lassen sich einige der international größten Schokoladenfabriken finden. Die belgische Schokolade steht für höchste Qualität und enthält 100 % Kakaobutter sowie einen höheren Kakaoanteil als die meisten anderen Schokoladen. Erste Spuren über den Kauf bzw. Gebrauch von Schokolade in Belgien lassen sich bis ins frühe 17. Jahrhundert nachverfolgen. Seit der industriellen Fertigung der Schokolade im 19. Jahrhundert wurde die Schokolade endlich zu einer, für alle leistbare Verführung!

Dass belgische Schokolade tatsächlich und ausschließlich aus Belgien kommt, dafür bürgt seit 2007 der „Belgische Schokoladen-Code“. Zwei Drittel der Industrieschokoladen Belgiens werden übrigens ins Ausland exportiert.

Mit einem Pro-Kopf-Konsum von 7,18 kg Schokoladenwaren liegen die Belgier im europäischen Durchschnitt auf Platz 7. Auf Platz 1 findet sich die Schweiz mit 10,15 kg (!), auf Platz 2 Deutschland mit 9,2 kg sowie Österreich auf Platz 4 mit immer noch beachtlichen 8,66 kg Schokoladenkonsum pro Jahr.

 Der „Mont des Arts“

Kulturelle Begegnungsstätte, Treffpunkt und Aussichtsplattform

Der Kunstberg („Mont des Arts“) – auch bekannt als „Brüsseler Museumsmeile“ – bildet den kulturellen Mittelpunkt der Brüsseler Innenstadt und verbindet die Oberstadt mit der Unterstadt. Umgeben vom Albertinagarten, der Namenstraße sowie dem Sabel- und dem Königsplatz bildet das Zentrum des Platzes eine Gartenanlage, die anlässlich der Brüsseler Weltausstellung im Jahre 1910 angelegt worden ist. Am Platzanfang ist die Statue von König Albert I hoch zu Ross zu bewundern, den Abschluss bildet eine Treppe, die hinauf zum Coudenberg führt, wo sich u. a. der Palast von Coudenberg sowie die Kirche „St. Jacques sur Coudenberg“ befindet.

Der „Mont des Art“ vereint unterschiedliche Museen sowie bedeutende kulturelle Einrichtungen, wie die Königliche Bibliothek Belgiens, zu einem einzigartigen Ensemble.

Zu finden sind auf dem Kunstberg u. a. das Königliche Museum der Schönen Künste, das Magritte-Museum oder das Musikinstrumentenmuseum, das im prachtvollen Jugendstilgebäude des ehemaligen „Old England“-Kaufhauses untergebracht ist. Als besonderes kulturelles Highlight empfiehlt sich ein Besuch im Palast der schönen Künste. Das BOZAR gehört zu den innovativsten Kultur- und Kunstzentren Belgiens. Untergebracht in einem Art Déco-Juwel des belgischen Jugendstil-Architekten Victor Horta, ist das BOZAR auch rein vom architektonischen Standpunkt aus betrachtet ein Must-see! Mehr als 4000 Quadratmeter Fläche stehen hier für Konzerte, Ausstellungen, Theater, Literatur- und Filmvorführungen zur Verfügung.

Der Platz rund um den, vom amerikanischen Künstler Alexander Calder im Jahre 1958 geschaffenen Brunnen am Monts des Arts, bietet zu jeder Tages- und Nachtzeit eine besonders attraktive Aussicht auf die Brüsseler Unterstadt.

Der Königliche PalastPalace Royal – stellt die Arbeitsresidenz des belgischen Königs dar. Das im Stil des Neoklassizismus errichtete Gebäude befindet sich in der Brüsseler Oberstadt, gegenüber des Palastes der Nation (= Sitz des belgischen föderalen Parlaments). Das stattliche Anwesen im Herzen Brüssels wird für alle offiziellen Anlässe genutzt. Die königliche Familie selbst residiert in einem ruhig gelegenen Schloss in nördlich gelegenen Stadtteil Laeken.

Der Stadtteil Laeken und der Heysel-Park

Königlich, melancholisch & innovativ

In Laeken im Norden Brüssels residiert, wie eben erwähnt, die belgische Königsfamilie in einem wunderschönen Schloss, umgeben von einem ebensolchen Schlosspark… während das Schloss nicht öffentlich zugänglich ist, öffnen die berühmten Gewächshäuser im Park alljährlich für ungefähr 2 Wochen zur besten Blütezeit (meist Ende April/Anfang Mai) ihre Pforten für interessierte Besucher. Mit 7 Gewächshäusern und einem imposanten Wintergarten aus dem vergangenen Jahrhundert gelten die königlichen Gewächshäuser als Juwelen des Jugendstils.

Friedhof von Laeken

Da die königliche Botanik Ende März nicht in Augenschein genommen werden kann, schlage ich stattdessen den Weg in Richtung Friedhof ein. Dieser ist das ganze Jahr über und für jedermann zu besichtigen. In die  Liste der „schönsten Friedhof Europas“ aufgenommen, erinnert der Laekener „Kirchgarten“ ein wenig an den Friedhof „Père-Lachaise“, denn die belgische Anlage ließ sich von dem Pariser Vorbild aus dem Jahr 1804 inspirieren. Als letzte Ruhestätte der Adligen und der Bourgeoisie, befinden sich hier auch eindrucksvolle Grabstätten von herausragenden Persönlichkeiten des 19. und 20. Jahrhunderts aus Kunst, Wirtschaft und Politik Belgiens.

 

Bei einem gemächlichen Spaziergang über den Friedhof kann man stilistische Strömungen vom Neoklassizismus über die Romantik bis hin zum Expressionismus an sich Revue passieren lassen, dem einen oder anderen melancholischen Gedanken nachhängen und dabei die zum Teil aufwändig gestalteten Gräber und Plastiken bewundern, wie die des „Denkers“ von Auguste Rodin beispielsweise.

Das Original des Denkers aus den Jahren 1880/82 befindet sich im Musée Rodin in Paris. Eine, von insgesamt 20 Kopien, steht am Grab Rodins in Meudon, südwestlich von Paris. Und eine weitere davon hier auf dem Friedhof in Laeken.

Das Atomium

Wenn man schon einmal in Laeken ist und die Frühlingssonne vom Himmel lacht, kann man nach dem Spaziergang über den malerischen Friedhof auch gleich einen Abstecher in den nahegelegenen Heysel-Park machen. Hier kann man auf den idyllischen Wiesen nicht nur gemütlich eine Pause einlegen, sondern auch dem berühmten Atomium einen Besuch abstatten.

Das Atomium gilt seit 1958 als Symbol für den wissenschaftlichen Fortschritt sowie für die friedliche Nutzung der Atomenergie. Das 102 Meter hohe Modell der Kristallstruktur des Elementes Eisen wurde anlässlich der Weltausstellung im Jahre 1958 errichtet. Von den 9 Edelstahlkugeln sind 5 begehbar, u. a. mit Restaurant und natürlich einer eindrucksvollen Aussichtsplattform. Da das Atomium bei den Besuchern der Weltausstellung sowie den Belgiern dermaßen gut angekommen ist, thront es nun, statt der geplanten 6 Monate, schon über 60 Jahre auf dem Heysel-Plateau!

Neben dem Atomium befinden sich auf dem Heysel-Plateau noch das Miniatur-Ausstellungsgelände „Mini-Europa“ (vergleichbar mit „Minimundus“ am Wörthersee – nur etwas größer und internationaler), verschiedene Sportanlagen, wie das König-Baudouin-Stadion, sowie ein Planetarium.

Die moderne Seite Brüssels

Das Viertel der Europäischen Union rund um den Leopold-Park & Schuman-Platz

Während Brüssel in seiner Vergangenheit schon von Franzosen, Österreichern und Deutschen sowie Niederländern regiert und beherrscht worden ist, ist es heute vor allem die EU, die dafür verantwortlich ist, dass in Brüssel multikulturelle Zusammentreffen an der Tagesordnung stehen.

Rund um den Schuman-Platz kann Brüssel als Heimat der Europäischen Union auf hochmoderne Architektur verweisen. Hier haben u. a. die Europäische Kommission, der EU-Rat sowie das EU-Parlament ihren Sitz. Darüber hinaus befinden sich hier noch zahlreiche andere Büro- und Verwaltungsgebäude. Ursprünglich war das EU-Viertel eine Wohngegend und wurde nach und nach durch moderne Bürokomplexe ersetzt.

Eines der bekanntesten Gebäude ist sicherlich das Berlaymont, der Sitz der Europäischen Kommission. Im Besucherzentrum des EU-Parlaments, dem „Parlamentarium“, kann man die Arbeit des Europäischen Parlaments an verschiedenen Stationen multimedial in einer der 24 Amtssprachen der EU hautnah erleben.

Im Park Leopold, nur einen Steinwurf vom Plenarsaal des Europäischen Parlaments entfernt, befinden sich diese Vogel-Strauß-Skulpturen. Von insgesamt 12 Sträußen stecken 7 ihren Kopf in den Sand. Nimmt sich hier die EU gar selbstironisch in Punkto „Vogel-Strauß-Politik“ auf die Schaufel? Offiziell wird diesbezüglich abgewunken. Die Riesenvögel sollen lediglich an den Zoo, der sich hier zwischen 1850 und 1900 befunden hat, erinnern. Aber warum ausgerechnet Sträuße?

MEIN FAZIT
Brüssel ist auf den ersten Blick sicherlich nicht die mondänste oder gänzendste Metropole, die Europa vorweisen kann. Aber, entgegen dem Sprichwort „Es gibt keine zweite Chance für den ersten Eindruck“ verdient Brüssel mehr als nur einen zweiten Blick. Wie schon eingangs erwähnt: Brüssel ist wirklich sehr facettenreich. Wenn man sich aus der Innenstadt in die umliegenden Gemeinden begibt und auf einen der 7 Hügel steigt, offenbart sich Brüssels Vielseitigkeit in der ganzen Bandbreite. Auch kulinarisch. Denn neben Pommes, Bier und Schokolade besticht Belgiens Hauptstadt mit einer überdurchschnittlichen Dichte an Gourmetrestaurants, sodass im Großraum Brüssel auch sehr verwöhnte Feinschmecker auf jeden Fall auf ihre Kosten kommen (und das im wahrsten Sinne des Wortes). Neben Kunst- und Kulturschätzen aus der klassischen Kunstgeschichte, offeriert die weltoffene und nicht immer unproblematische Stadt an der unsichtbaren Senne spannende und innovative Kunstprojekte, die Metropolen wie London oder Paris durchaus das Wasser reichen können.

Wenn du französischen Charme abseits von Frankreich, gepaart mit belgischer Lebens- und Genussart, dynamische Straßenkunst und spannende Kunstprojekte entdecken willst, bleibt nur eins: Ab nach Brüssel!

Ich wünsche viel Spaß beim Entdecken und freue mich wie immer auf dein Feedback!

Bis zum nächsten Trip!

Lisa
aus der TEXTIEREREI

KONTAKT

 

PS: Von Brüssel aus kann man, dank der belgischen Bahn, schnell, unkompliziert und günstig weitere Städte wie Antwerpen, Gent und das romantische Brügge entdecken oder sich am Nordseestrand in Oostende eine würzige Brise Seeluft um die Nase wehen lassen!

Text © Lisa Asbäck-Kreinz
Fotos © Lisa Asbäck-Kreinz; unsplash.com


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