„Nirgendwo strahlt der Himmel so schön grau wie in Hamburg“

Regen ist erst, wenn die Heringe auf Augenhöhe vorbeischwimmen.
Hast du einen dieser Sprüche schon einmal gehört? Über das sprichwörtlich schlechte Hamburger Wetter ist schon viel geschrieben und wahrscheinlich noch mehr gesagt worden. Gilt doch die stolze Hansestadt gemeinhin als das „Regenloch“ der Nation! Und das vollkommen zu Unrecht. Denn mit ca. 133 Regentagen pro Jahr regnet es in Hamburg immerhin ganze 40 Tage weniger als in München.

 

 

Über Wettermythen & andere Hamburg Basics.

Aufgrund des maritimen Einflusses, wird die Sonne in Hamburg sehr oft von Wolken verdeckt. Deshalb gibt es in der Hansestadt nur ca. 1.538 Sonnenstunden im Jahr – das sind ungefähr 160 Stunden weniger als in der bayerischen Hauptstadt München.

Aber irgendwie scheint das Wetter nie zu passen. Denn, was den einen freut, ist des anderen Leid! Der Sommer 2018 war sozusagen Hamburgs „Bad in der Sonne“. Von Mai bis spät in den September hinein stieg die Anzahl der Sonnenstunden ins schier Unermessliche an. Was den Wasserpegel der Hamburger Fleete und Elbzuflüsse dramatisch absinken ließ und zu einem traurigen Fischsterben geführt hat.

„Es heißt Moin! Moin Moin ist in Hamburg schon Gesabbel!“


Hanseatische Herzlichkeit in einem Wort.
Moin! Oft kopiert und nie erreicht. Man muss schon Norddeutscher oder Hamburger sein, um diesen Gruß so über die Lippen bringen zu können, dass die sprichwörtliche Sonne aufgeht. Freundlichkeit und Wärme auf hanseatische Art. Ein Willkommensgruß, der zu jeder Tages- und Nachtzeit gesagt werden darf.


„Moin“ oder „Moin Moin“ kommt woher?
Jedenfalls nicht von dem Wort „Morgen“ wie man auf den ersten Anschein hin vermuten mag. Um es kurz zu fassen: Es existieren unterschiedliche Herkunftstheorien. Ich habe mich für die allgemein verbreitetste Variante entschieden. Die plattdeutsche Herkunft – abgeleitet von „moi“ = gut, schön, angenehm – passt mir sehr gut in den Kram, denn sie deckt sich perfekt mit meinen Hamburg Erlebnissen.

Was hat der Hamburger mit Hamburg zu tun & warum man zu einem Franzbrötchen niemals Zimtschnecke sagt!

 

All about Hamburgers!
Eines ist sicher: Genauso wenig wie „Moin“ mit „Morgen“, hat der „Hamburger“ mit dem englischen Wort „Ham“ (Schinken) zu tun. Für alles weitere müssen wieder Theorien herhalten.

Während man in Norddeutschland in der Mehrheit davon ausgeht, dass der Hamburger auch in Hamburg seinen Ursprung gefunden hat, lautet eine andere Theorie, dass der Hamburger seinen Namen auch durch den Umstand erhalten haben könnte, dass das noch junge Amerika Rindfleisch aus Europa importiert hat. Das in Eis gekühlte Fleisch aus Hamburg galt in jener Zeit als besonderes Luxusgut und soll unter der Qualitätsbezeichnung „Hamburger“ – Rindfleisch in ausgezeichneter Qualität – für kulinarische Furore gesorgt haben. Aber egal! Hauptsache er schmeckt, der Hamburger!

 

 

Never say Zimtschnecke to me!
Das Franzbrötchen! Nicht Zimtschnecke! Als regionale Spezialität, ist das süße Franzbrötchen vor allem in und rund um Hamburg bekannt. Worin besteht der Unterschied zur Zimtschnecke mit der klassischen Zucker-Zimt-Füllung?

Die Antwort dafür liegt in der Art der Teigbearbeitung „begraben“. Ein Franzbrötchen wird nicht gerollt wie eine Schnecke, sondern gedrückt – mit der Handfläche zum Beispiel. Dadurch entsteht die typische Franzbrötchen-Form.

Und was hat Franz jetzt damit zu tun? Am einleuchtendsten erscheint mir diesbezüglich der Zusammenhang zu Hamburgs Besatzung durch Napoleons Truppen sowie die Bezeichnung der Franzosen im Hamburger Volksmund als „der Franz“.

Und falls Zucker-Zimt-Füllungen nicht das deine sein sollten: das Franzbrötchen kannst du auch in den Geschmacksrichtungen Nuss, Schokolade, Marzipan und mehr genießen.

Überall Wasser – Elbe, Alster & Fleete

91,9 % Landfläche stehen 8,1 % Wasserfläche gegenüber.
Das mit dem vielen Wasser „überall“ kann als Hamburg Anfänger schon etwas verwirrend sein. Obwohl 8,1 % Wasserfläche hört sich jetzt gar nicht nach so viel Wasser an! Nachfolgend ein kleiner Überblick, was dich im wasserreichen Hamburg erwartet. Die vielen Brücken in Hamburg haben übrigens für einen Eintrag als „brückenreichste Stadt Europas“ in das Guinness Buch der Rekorde gesorgt.

  • Die Elbe – sie verbindet Hamburg mit der Nordsee. An der sog. Unterelbe befindet sich nicht nur der Hamburger Hafen, sondern auch zahlreiche Routen zum Spazierengehen und Radfahren. Eine der schönsten und beliebtesten Elbstrände findest du in Blankenese, wo sich an sonnigen Sommertagen mediterran anmutendes Flair über Fluss und Ufer sowie die treppenreiche Villenlandschaft legt.
  • Die Alster – als 56 km langer Nebenfluss der Elbe fließt die Alster durch Süd-Holstein und Hamburg. Der sog. „Alstersee“ ist der einprägsamste Teil dieses Flusses. Im südlichen Teil des innerstädtischen Gebietes von Hamburg nennt sich der Alstersee „Binnenalster“. Im nördlichen Teil ist er als „Außenalster“ bekannt. Die Binnenalster lässt sich gemütlich zu Fuß umrunden. Für die weitaus größere Außenalster musst du dir schon etwas mehr Zeit nehmen. Im Sommer ist sie am schönsten mit einem Boot zu erkunden oder auch auf dem Landweg gemütlich mit dem Fahrrad.
  • Die Fleete – die schiffbaren Hamburger Fleete stellen natürliche Wasserläufe der Elbmarschen sowie der Alster dar. Besonders zahlreich findet man diese Fleete in der Hamburger Altstadt, wo sie eine Verbindung zwischen Alster und Unterelbe bilden. In vergangenen Zeiten stellten sie vor allem wichtige innerstädtische Warentransportwege dar. Seit der verheerenden Sturmflut im Jahre 1962 können die Hamburger Fleete zum Hochwasserschutz mittels Schleusen absperrt werden. 

Der Hafen – Hamburgs Tor zur Welt

Der überwältigende und gigantisch große Hamburger Hafen liegt an der Unterelbe und ist ein zum Meer hin offener Tidehafen – also von den Gezeiten Ebbe und Flut abhängig. Er ist Deutschlands größter Seehafen und nach den Häfen in Rotterdam und Antwerpen sogar der drittgrößte Hafen Europas. Seine Schifffahrtsrouten verbinden ihn mit mehr als 900 Häfen in über 170 Ländern dieser Erde.

An den St. Pauli-Landungsbrücken legen viele Schiffe ab, die zu beeindruckenden Hafenrundfahrten einladen und auch an vielen Hamburger Sehenswürdigkeiten, wie dem berühmten Fischmarkt vorüberführen.

Die Speicherstadt mit ihren eindrucksvollen Fleeten und schmucken Backsteinfassaden steht seit 1991 unter Denkmalschutz und befindet sich seit 2015 auch auf der Liste des UNESCO-Welterbes.

Die Hamburger Binnenalster – der südliche Teil des Alstersees – wird von zahlreichen Büro- und Geschäftsgebäuden aus der Gründerzeit gesäumt. Am Jungfernstieg befinden sich die Anlegestellen der Alsterdampfer. Von hier aus befahren die Schiffe die Alster, ihre Kanäle und einige der Fleete.

Hamburg – Facts & Figures

Was die Hansestadt unverwechselbar macht.

  • Mit 1,83 Millionen Einwohnern (Stand 2017) ist Hamburg die zweitgrößte Stadt Deutschlands
  • Hamburg hat insgesamt 7 Bezirke, 104 Stadtteile und ca. 7.700 Straßen
  • Mit rund 2.500 Brücken ist Hamburg die brückenreichste Stadt Europas – das sind mehr Brücken als zusammen in Amsterdam, Venedig und Stockholm
  • Rund 114 m² Grünfläche pro Einwohner: Damit zählt Hamburg zu den grünsten Metropolen der Welt
  • Der Heinrich-Hertz-Turm ist ein 279,2 Meter hoher Fernsehturm. Im Volksmund als „Telemichel“ bekannt, ist er nicht nur eines der Wahrzeichen, sondern auch das höchste Bauwerk der Stadt
  • Neben dem berühmten Rotlichtviertel St. Pauli zählen das Karolinenviertel, die Sternschanze sowie St. Georg zu den beliebtesten Szene- und Ausgehvierteln in Hamburg

Hamburg Panorama

Ein kleiner Stadt-Spaziergang.
Die außergewöhnlich hohen Türme der fünf Hamburger Hauptkirchen und des Rathauses prägen das Panorama der Stadt. Mit 147 Metern ist der Turm der Ruinenkirche St. Nikolai sogar der fünfthöchste der Welt. Auch die anderen vier Türme sind immerhin noch unter den 30 höchsten Türme weltweit zu finden. Alle fünf Kirchtürme kannst du, falls es deine Fitness erlaubt, besteigen. Lediglich der „Michel“ der Sankt Michaeliskirche sowie der Nikolaikirchturm verfügen über den Luxus eines Liftes.

Die Katharinenkirche – eine der fünf Hauptkirchen – ist die Kirche für die Hamburger Schiffbauer und Bierbrauer und befindet sich zwischen der Speicherstadt und der HafenCity (dahinter: der Nikolaikirchturm).

Die Jakobikirche, eine weitere Hauptkirche, im Stadtzentrum. Heute wird die Altstadt Hamburgs vorwiegend von sog. Kontorhäusern im Stil des Backsteinexpressionismus des 20. Jahrhunderts geprägt. Nach nordamerikanischem Vorbild wurden diese ausschließlich für die Unterbringung von Büroräumen der vielfältigen Hamburger Unternehmen entworfen und gebaut.

Die Hamburger HafenCity. Die größte Baustelle Europas und mit ihrem Herzstück, neuem Besucher-Highlight und Kulturdenkmal:

Die Elbphilharmonie

 

Die „Elphi“ – Facts & Figures

  • Im November 2016 fertiggestelltes Konzerthaus
  • 110 Meter hohes Gebäude im Stadtteil HafenCity am rechten Ufer der Norderelbe
  • Der große Konzertsaal bietet 2.100 Sitzplätze
  • Der kleine Saal 550 Plätze
  •  Der dritte Saal, das Kaistudio 1, 170 Sitzplätze
  • In der Elbphilharmonie ist kein Sitzplatz weiter als 30 Meter vom Dirigentenpult entfernt
  • Eine Orgel mit 4.765 Orgelpfeifen bildet das Herzstück des großen Saals
  • Die Plaza zwischen Backsteinsockel und Glasaufbau befindet sich in 37 m Höhe und ist ein öffentlich zugänglicher Platz sowie ein Außenrundgang um das gesamte Gebäude mit ausgezeichneter Aussicht auf den Hafen, die HafenCity sowie auf Teile der Innenstadt

Hamburger Rote Grütze

Süß und fruchtig im Abgang.
Neben Hamburger und Zimtschnecke noch ein kulinarischer Leckerbissen, den man in Hamburg genießen sollte – aber auch zu Hause ganz leicht nachkochen kann. Ein fruchtiges Dessert, das an einem heißen Sommertag am besten schmeckt. Pur, mit Vanilleeis oder geschlagenem Obers. Falls keine frischen Beeren zur Hand sind – die Rote Grütze funktioniert auch bestens mit tiefgefrorenen Beeren!

300 g rote Ribisel (Johannisbeeren)
300 g schwarze Ribisel (Johannisbeeren)
300 g Weichseln (Sauerkirschen)
300 g Himbeeren
1 Vanilleschote
1 kleine Zitrone
500 ml roter Ribisel- (Johannisbeer-) oder Kirschsaft
4 – 6 EL Speisestärke
50 g Zucker
250 ml Schlagobers (-sahne) oder Vanilleeis

  • Die Beeren und Sauerkirschen entstielen und entkernen, abspülen und die Himbeeren verlesen.
  • Die Vanilleschote aufschneiden, Mark herauskratzen und beiseitestellen.
  • Zitrone heiß abspülen, Schale mit entsprechendem Schäler als lange Streifen abschälen.
  • Das Vanillemark mit Zitronenschale und Fruchtsaft aufkochen.
  • Die Stärke mit 3 bis 5 EL Wasser glattrühren und in den kochenden Fruchtsaft gießen und kräftig rühren.
  • Noch einmal aufkochen und fleißig rühren, damit sich keine Klumpen bilden.
  • Zuletzt die Beeren und Weichseln dazugeben und vorsichtig unterrühren, mit Zucker abschmecken, kaltstellen und genießen.

KONTAKT

Guten Appetit und „Tschüüüss“ – wie der Hamburger sagt!

Bis zum nächsten Trip!

Lisa Asbäck-Kreinz
aus der TEXTIEREREI

PS: Und noch ganz kurz zum Fazit: Um es mit den Worten der Hamburger Band Deichkind zu sagen: „Leider geil“! Da kann auch das Wetter nichts daran ändern. Hamburg ist einfach top!

Text © Lisa Asbäck-Kreinz
Fotos © Lisa Asbäck-Kreinz; unsplash.com

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