Ostern.
Weltweit ein Fest!

Ostern ist nicht nur das wichtigste, höchste und älteste Fest für Christen in aller Welt. Die Zeit im Frühling und rund um Ostern bedeutet auch für nicht-religiöse Menschen Neuanfang, Sieg des Lichtes über die Dunkelheit und Zeit der Fruchtbarkeit.

„Vom Eise befreit sind Strom und Bäche
Durch des Frühlings holden, belebenden Blick,
Im Tale grünet Hoffnungsglück;
Der alte Winter, in seiner Schwäche,
Zog sich in rauhe Berge zurück…. *)

Ostern und der Frühlingsvollmond

Warum Ostern immer in der Zeit zwischen dem 22. März und dem 25. April gefeiert wird.
Wenn die Natur nach den langen, kalten Wintertagen langsam wieder zu neuem Leben erwacht, ist Ostern nicht mehr weit! Jedes Jahr fällt das Osterfest auf den ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühling. Festgelegt wurde diese Tradition im Jahre 325 n. Chr. auf dem Konzil von Nizäa. Dabei wurde das jüdische Passahfest als Bezugspunkt angenommen, denn im jüdischen Kalender fällt das Fest in den Monat des Frühlingsvollmondes.

Der Osterkreislauf

Die Christen feiern zu Ostern die Auferstehung von Jesus Christus, der den Tod überwunden und zu ewigem Leben in den Himmel aufgestiegen ist. Der Osterzeit geht eine 40-tägige Fastenzeit voran, die am Aschermittwoch beginnt und am Ostersonntag endet.

Der Osterkreislauf beinhaltet neben den 40 Fastentagen, der Karwoche und den Osterfeiertagen auch die Zeit bis zum Pfingstsonntag, der alljährlich genau 50 Tage nach dem Ostersonntag gefeiert wird. Somit fällt der Pfingstsonntag jedes Jahr in die Zeit zwischen dem 10. Mai und dem 13. Juni.

Die traditionsreiche Zeit vor Ostern

Die Karwoche.
Eine Woche vor dem Ostersonntag feiern wir den Palmsonntag. Er erinnert an den Einzug Jesu in Jerusalem, wo ihm zu Ehren Palmzweige gestreut wurden. Mit dem Gründonnerstag, als Gedenken an das letzte Abendmahl, erreicht die Karwoche ihren ersten Höhepunkt. Mit dem Karfreitag (Kreuzigung) und dem Karsamstag (Grabesruhe Jesu) klingt die besinnliche Fastenzeit schließlich aus, um am Ostersonntag im allumfassenden Glanz der Auferstehung und des Neubeginns zu erstrahlen.

Osterbräuche &
Volkstümliche Traditionen

Ostern ist DAS Fest des Lebens in seinen schönsten Facetten. Ein Fest, das mit unzähligen Bräuchen und Traditionen einhergeht und weltweit auf unterschiedliche Art und Weise gefeiert wird.

Ob Osterfeuer, Osterei oder Osterhase – viele Dinge und Riten, die wir zu Ostern liebend gerne zelebrieren, gehen auf volkstümliche Traditionen zurück und genießen heutzutage einen weitaus höheren Stellenwert als der eigentliche christliche Ursprung.

Osterei oder Osterhase?
Was war zuerst?

Eindeutig das (Oster-)Ei! Schon lange vor dem Christentum war das Ei Zeichen für das erwachende Leben. Christen übernahmen das Symbol und deuteten es im Sinne der Auferstehung Christi von den Toten: Gleich einem Küken, das die Schale durchbricht, ist Jesus dem Felsengrab entstiegen.

Wie der Osterhase zum Ei kam, ist allerdings nicht gänzlich geklärt. In der Dissertation eines Frankfurter Arztes aus dem Jahre 1682 „De ovis paschalibus – von Oster-Eyern“ taucht der Osterhase zum ersten Mal schriftlich auf. Darin wird der in weiten Teilen Deutschlands gelebte Brauch geschildert, dass ein Osterhase die Eier lege und diese in Gärten, Wiesen und Büschen verstecke, wo sie zum Gaudium von Kindern und Erwachsenen gesucht werden. „Eine Fabel, die man Kindern und Einfältigen gut und gerne auftischen kann“, so der Frankfurter Arzt in seinem Werk. Immerhin eine Fabel, die sich sehr gut gehalten hat!

Eine andere Möglichkeit, um den Hasen mit Ostern in Verbindung zu bringen, ist anatomisch begründet. Da Hasen keine Augenlider haben, schlafen sie mit offenen Augen. Deshalb wurden sie oft als Symbol für Christus gesehen: Auferstanden von den Toten und aufgefahren in den Himmel, wo er niemals wieder „entschlafen“ wird.

Bad News oder Fake News? Im „Etymologischen Wörterbuch“ von Friedrich Kluge aus dem Jahre 1883 wird die Vermutung aufgestellt, dass der Osterhase seine Existenz lediglich einer falsch verstandenen Deutung des Osterlammes zu verdanken habe und eigentlich ein Irrtum ist!

Oh, No!

Süße Naschereien zu Ostern

Mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert wurde es möglich, Schokolade und Rübenzucker kostengünstig herzustellen. Damit begann die Massenproduktion von Schokoladenwaren und Süßigkeiten, angepasst an die jeweilige Saison! So feierte auch der Osterhase in Schokoladenform seinen Ursprung und hat von seinem süßen Zauber bis heute nichts verloren.

Das Highlight am Ostersonntag
Wo ist das Osternest?
 
Und wer zum Kuckuck versteckt jetzt die Ostereier!?
Neben der weitverbreiteten Vorstellung, dass die Kirchenglocken – die in vielen Ländern am Gründonnerstag nach Rom fliegen – bei ihrer Rückkehr am Ostersonntag die Ostereier mitbringen, gab es im Laufe der Geschichte auch noch einige andere Vermutungen darüber, wer nun die bunten Ostereier tatsächlich versteckt:

  • Schweiz: Noch bis in das 19. Jahrhundert hinein, legte der Kuckuck den Eidgenossen die Ostereier ins Nest. Eine Vorstellung, die nicht so weit hergeholt zu sein scheint, legt doch der Kuckuck tatsächlich seine Eier in fremde Nester. Wenn auch nicht in so netter Absicht, wie der Schweizer Osterbrauch vermuten lässt.
  • Deutschland: In einigen Teilen Deutschlands gab es den Osterfuchs bzw. den Storch, die einst für das Verstecken der Ostereier verantwortlich waren.
  • Böhmen: Hier war es Sache des Hahns, die Ostereier zu bringen. Gelegt wurden sie wohl – wie es die Tradition vermuten lässt – auch in Böhmen von fleißigen Hennen.
  • Schweden: Im Norden Europas übernimmt ein flauschiges Osterküken die Arbeit des Osterhasens und versteckt anstelle dessen die begehrten Ostereier und Naschereien.

Andere Länder, andere (Oster-)Sitten!
Von Beuteltieren und geworfenen Eiern.

Australien
Osterbilby statt Osterhase
Als Plage verschrien, die andere einheimische Tierarten bedroht, hat der importierte Hase in Australien nicht viel zu lachen. Seit den 1970er Jahren gibt es deshalb statt dem „Easter Bunny“ einen „Easter Bilby“ im Osternest. Der Bilby zählt zur bedrohten Tierart „Großer Kaninchennasenbeutler“ und ist, dank seiner kaninchenhaften Ohren, seinem europäischen Vorbild wenn auch nicht zum Verwechseln, dann doch ein bisschen ähnlich. Durch den Verkauf von „Easter Bilbies“ aus Schokolade und Plüsch wird Geld gesammelt, um die Existenz dieser bedrohten Tiere sicherzustellen.

Bulgarien
Österliche Wurfgeschosse

Raue Sitten im Osten oder Aberglaube mit Augenzwinkern: In Bulgarien werden Ostereier nicht gegessen, sondern im ungekochten Zustand geworfen. Am liebsten auf Kirchenmauern oder gerne auch auf Familienmitglieder! (?) Das erfolgreichste Familienmitglied im kommenden Jahr ist dann natürlich jenes, dessen Ei beim Werfen ganz geblieben ist.

England
Königliches Ostergeld & geschüttelte Eier
Einer Tradition aus dem 13. Jahrhundert zufolge, verteilt Queen Elisabeth am Gründonnerstag Geldgeschenke an Senioren, die sich durch ehrenamtlichen Einsatz für die mittelenglische Gemeinde Leicester hervorgetan haben. Im Rahmen einer Messe in der Kathedrale von Leicester, verteilt die Queen heuer 186 eigens geprägte Münzen an 93 Frauen und 93 Männer – eine Anspielung auf das Alter der Queen, die am 21. April 2019 ihren 93. Geburtstag feiert.
Beim „Egg-Shackling“ schreibt jedes Kind seinen Namen auf ein rohes Ei und legt es zu den anderen in ein Sieb. Dieses wird so lange geschüttelt, bis nur noch ein heiles Siegerei übrig geblieben ist.

Finnland
Eine Tracht Hiebe gefällig?
Die Finnen, ein hartgesottenes Volk, das nicht nur das Saunieren liebt, sondern auch Hiebe mit Birkenruten. Am Palmsonntag verabreichen sich Finnen gegenseitig leichte Schläge auf den Rücken. Dies soll nicht nur an den Einzug Jesus‘ erinnern, sondern vor allem Glück bringen.

Haiti
Karibische
Zaubertänzer und Dämonen
Am Karfreitag hängt der Himmel voller kunstvoller Papierdrachen, die Kinder in wochenlanger Vorarbeit gebastelt haben. Nicht so schön anzusehen sind hingegen sind die „Oster-Raras“, die mit rhythmischer Musik aus Naturinstrumenten und ohrenbetäubenden Blechgegenständen durch die Straßen ziehen, um bösen Dämonen den Garaus zu machen.

Mexiko
Feiern, was das Zeug hält
Fast zwei Wochen lang wird im temperamentvollen Mexiko gefeiert. Jung und Alt finden zu einer Art Volksfest zusammen. Die Straßen sind mit Girlanden geschmückt, überall erklingt Musik und es wird getanzt. Nur am Karfreitag bleibt es ruhig und es finden andächtige Prozessionen statt.

Schweden
Osterweiber auf der Suche nach Süßem
Am Gründonnerstag streifen kleine Schweden gerne durch die Nachbarschaft. Verkleidet als sogenannte Osterweiber („Påskkärring“) mit Kopftuch, langem Rock und Besenstiel klopfen sie an den Türen und bitten um Süßes. Als Dank dafür gibt es selbstgemalte Osterbilder.

Vereinigte Staaten von Amerika
„Easter Egg Roll“ in Washington & „Easter Parade“ in New York

Auf zum Ostereier-Wettrollen auf dem Rasen des Präsidenten! Mit einem Holzschläger „bewaffnet“, bugsieren Kinder Eier den Hügel vor dem Weißen Haus hinunter. Als Preis winkt ein Holzei, signiert vom amerikanischen Präsidenten und der First Lady. Weitaus bekannter und vergnüglicher ist jedoch die traditionelle „Easter Parade“ auf New Yorks Fifth Avenue, die es seit 1948 gibt. Traditionell pilgern viele New Yorker nach der Messe am Ostersonntag mit phantasievollen Hüten und zu heiteren Klängen von Blaskapellen durch die Stadt.

Österreich
Palmstangen, Ratschen und Osterfeuer
In einigen Bundesländern tragen Kinder am Palmsonntag Palmstangen, die mit „Palmbrezen“ geschmückt sind, zur Palmweihe in die Kirche. Vor allem in Tirol kann mancherorts ein regelrechter Wettbewerb darüber entflammen, wer die längste Palmstange zur Weihe trägt. Ab Gründonnerstag, wenn die „nach Rom geflogenen“ Kirchenglocken bis zur Auferstehungsfeier am Ostersonntag schweigen, ziehen in manchen Gegenden noch Kinder mit ihren Ratschen durch die Straßen, um das Glockengeläute zu ersetzen. Das Osterfeuer am Karsamstag – eine nicht mehr unumstrittene Art des Brauchtumsfeuers mit germanisch-heidnischem Ursprung ist in weiten Teilen Österreichs und auch Deutschlands noch immer sehr beliebt. Im christlich-religiösen Sinne steht das Osterfeuer für das „Licht Christi“ nach der Auferstehung – der Sieg des Lebens über den Tod.

Was hat die Osterinsel mit Ostern zu tun?

Ihren Namen bekam die Insel vom niederländischen Seefahrer Jakob Roggeveen, der sie am Ostersonntag des Jahres 1722 entdeckt hat. Die Insel im südöstlichen Pazifik, die polynesisch „Rapa Nui“ genannt wird, gehört politisch seit 1888 zu Chile und geografisch zu Polynesien. Bekannt ist die Insel vor allem wegen der monumentalen Steinskulpturen, der sog. „Moai“. Seit 1995 ist die Osterinsel als Nationalpark Rapa Nui Teil des UNESCO-Welterbes.

Mahlzeit!
Osterspezialitäten rund um die Welt
 


Argentinien
Wie in Italien, wird auch in Argentinien zu Ostern eine Torta Pascualina, eine deftige Spinattorte, auf den Tisch gebracht.

England
Im Land der Queen stehen Hot Cross Buns, süße Karfreitagsbrötchen mit Rosinen und einem Kreuz auf der Oberseite hoch im Kurs.

Haiti
Im Karibikstaat auf der Insel Hispaniola beginnt das kulinarische Vergnügen am Ostersonntag mit einem üppigen Festmahl und, aufgrund des heißen Klimas, mit Schokolade in flüssiger Form.

Italien
Hier wird zu Ostern gerne Salziges & Süßes serviert: die Torta die Pasquetta, ein mit hartgekochten Eiern und Spinat gefüllter Kuchen sowie die süße Ostertaube, die „Colomba Pasquale“, ein süßer Mandelkuchen in Form einer Taube.

Jamaika
Im beschwingten Karibikstaat steht ein spezielles Brot im Mittelpunkt des österlichen Genusses. Es wird aus Bier und Trockenfrüchten hergestellt und mit Käse belegt serviert.

Libanon
Süß und nussig. Das Ma’amoul ist ein mit Walnüssen gefülltes Grießgebäck und wird vor allem zu Ostern und zum Ramadan gegessen. In etwas abgewandelter Form ist das Ma’amoul auch in der jüdischen Küche zu finden.

Russland
Ein langwieriges Prozedere. Der Teig des russischen Ostergebäcks Pashka wird am Donnerstag angerührt, am Freitag gebacken und in der Nacht vom Samstag auf Sonntag geweiht. Erst danach darf es endlich gegessen werden.

Schweden
Wie bei uns werden auch in Schweden zu Ostern viele Eier gegessen. Dazu gibt es Mayonnaise, Garnelen und Fisch – vor allem Lachs – sowie eingelegten Hering.

Schweiz
Kein Ostern ohne dem Schweizer Traditionsgebäck Osterchüechli. Die kleinen Törtchen aus Mürbteig werden mit Milchreis sowie mit Rosinen und Mandeln gefüllt.

Südamerika – Ecuador
Die Fischsuppe Fanesca wird zwar in vielen südamerikanischen Ländern gegessen, besonders gerne jedoch in Ecuador und das vor allem zu Ostern. Neben Fisch besteht diese magenfüllende Suppe, die mehr einem Eintopf gleicht, aus vielerlei Gemüse wie verschiedenen Bohnensorten, Kürbis und Mais.

Österreich
Traditionell wird hierzulande der Osterschinken verzehrt. In religiösen Haushalten natürlich erst nach der Speisensegnung. Zum Osterschinken gesellen sich hartgekochte Eier, frisch geriebener Kren sowie ein selbstgebackenes Osterbrot, das in vielen verschiedenen Variationen hergestellt werden kann – in vielen Familen nach alten und streng gehüteten Rezepten.

Und jetzt? Auf, auf zum munteren Osterspaziergang!
Denn was liegt nach einem köstlichen und ausgiebigem Osterfestmahl näher, als sich die Beine in der ergrünenden Natur zu vertreten und den Zauber des Frühlings zu entdecken?

…Ich höre schon des Dorfs Getümmel,
Hier ist des Volkes wahrer Himmel,
Zufrieden jauchzet groß und klein:
Hier bin ich Mensch, hier darf ichs sein!“

(„Osterspaziergang“ aus Faust I von Johann Wolfgang von Goethe*)

In diesem Sinne wünsche ich dir ein schönes Osterfest in der erwachenden Natur und natürlich viel Spaß und Erfolg beim Aufspüren deines Osternestes!

Bis zum nächsten Mal!

Lisa
aus der TEXTIEREREI

KONTAKT

PS: Die kostbarsten Ostereier der Welt wurden ab 1887 vom russischen Goldschmied Peter Carl Fabergé im Auftrag der russischen Zaren geschaffen.

Unerreichte Juwelierskunst auf höchstem Niveau. Die einzigartigen „Oster-Eier“ aus dem Hause Fabergé.

Das Matrjoschka-Prinzip: Wie die berühmte russische Holzfigur Matroschka mit ihren ineinander geschachtelten und immer kleiner werdenden Püppchen ist auch das erste Fabergé-Ei zu verstehen. Von außen sah es wie ein echtes Hühnerei aus, allerdings mit einer Schale aus emailliertem Gold. Im Inneren verbarg sich ein goldenes Eigelb, das sich wiederum öffnen ließ. Ein goldenes Huhn wurde sichtbar. Öffnete man das Hühnchen, stieß man auf die russische Kaiserkrone, die mit einem winzigen Ei aus Rubin geschmückt war.

Text © Lisa Asbäck-Kreinz
Fotos © unsplash.com

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